Ausrichter der größten Jugendmusicalproduktion im deutschsprachigen Raum

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Archiv für Kategorie 'Links'

Das Problem mit Musical Großproduktionen in Deutschland am Beispiel von Jeanne d‘Arc in Niedernhausen

Montag, April 11th, 2016

Zwei Monate vor Probenbeginn ist es nun also auch von der Urheberin des Stückes, Maricel Wölk, bestätigt, dass Jeanne d‘Arc in Niedernhausen nicht zur Aufführung gelangen wird. Sie schreibt auf Facebook in etwa: Was genau kann eine Autorin bzw. ihr Verlag noch tun, um Gewissheit über einen Produzenten zu erhalten als finanzielle Sicherheiten, unterschriebene Verträge, ja sogar ein eigens gekauftes Theater? Leider hat der Produzent von Jeanne d`Arc das Stück abgesagt. Offensichtlich wird er Insolvenz anmelden. Der Vorfall wird derzeit von der Steuerfahndung untersucht.

Was genau hinter der Absage steckt, ist also noch nicht wirklich klar. Es lässt sich aber ein Muster erkennen, das regelmäßig deutsche Musicalgroßproduktionen in den Ruin treibt.

Sammeln wir die Fakten:
1. Florian Willmanns ist geschäftsführender Gesellschafter von Rhein-Main-Entertainment (RME GmbH; Registergericht: Amtsgericht Wiesbaden; Registernummer: HRB 28717). Dieses Unternehmen wollte das neue Musical „Jeanne d`Arc“ auf die Bühne des Rhein-Main-Theaters Niedernhausen bringen.
2. Willmanns ist ein Neueinsteiger im Musical-Geschäft. Bislang führte er für seinen Vater mehrere McDonalds-Fastfood-Restaurants.
3. Zum geplanten Personaleinsatz sagt er in einem Interview: „Es werden 55 Mitarbeiter im Theater arbeiten – zuzüglich des Orchesters. Dies ist mit 20 Musikern bestückt zur Vorstellung und jedes Instrument ist dreifach besetzt.“ [sic!]
4. Die Besetzung wurde am 10.03.2016 auf der Webseite bekannt gegeben, genau 10 Tage bevor Jennifer Siemann – geplant als alternierende Jeanne d‘Arc – als erste öffentlich ihre Fans aufforderte, keine Karten mehr zu ordern.
5. Schon 2015 wurden bei der Premierenankündigung Termine des Vorpächters missachtet, wodurch sich die Weltpremiere um wenige Monate nach hinten verschob. Jetzt folgt die inoffizielle Absage.
6. Auf der offiziellen Webseite wurde der Vorverkauf inzwischen „vorübergehend gestoppt“. Kein Wort von einer drohenden Insolvenz.

Das Schlimmste an der ganzen Misere: Die KünstlerInnen des Musical-Ensembles und die MusikerInnen haben mit der Aussicht auf eine Spielzeit von 25. Juni bis 22. Dezember sicherlich an keinen Auditions mehr für andere Produktionen teilgenommen, oder aber abgesagt. Nur den Wenigsten wird es deshalb gelingen, noch kurzfristige Engagements auf anderen Bühnen zu ergattern. Ihnen droht eine halbjährige Arbeitslosigkeit. Die Wahrscheinlichkeit einer möglichen Entschädigung für den einzelnen Künstler geht im Falle einer Insolvenz gegen Null. Weil der erste Arbeitstag wohl nicht angetreten werden kann, gibt es auch kein Insolvenzgeld der Bundesagentur für Arbeit.

Hartnäckig versuchen immer wieder neue sogenannte „Produzenten“ – geblendet vom schönen Schein des Show-Business – in das Musicalgeschäft in Deutschland einzusteigen. Dabei werden selten kleine Brötchen gebacken, um sich nach und nach das Know-How anzueignen, das – wie übrigens in jedem anderen Beruf auch – einfach notwendig ist, um erfolgreich zu sein. Stattdessen sind es entweder völlig Branchenfremde, wie in diesem Falle ein McDonalds-Restaurantbesitzer (der offensichtlich allen Ernstes meint, sich ein 20köpfiges Orchester leisten zu können), oder es sind ehemalige Regisseure, Choreographen und Dramaturgen, die sich als Produzenten versuchen, weil sie glauben – ja wieso denn eigentlich? – dass sie plötzlich auch Ahnung von Betriebswirtschaft, Marketing und Unternehmens-Management hätten. Man fragt sich ganz grundsätzlich, wieso so viele Menschen – selbst Branchenkenner – allen Ernstes davon überzeugt sind, dass man mit Musical Geld verdienen könne. Das ist nämlich bislang noch eigentlich keinem gelungen, es sei denn, man hat entweder – wie ein Joop van den Ende – Milliardenreserven zur Verfügung, um schwankende Verkaufszahlen im Ticketbereich ausgleichen zu können (aber selbst der hat sich ja bekanntlich inzwischen mehrheitlich aus diesem Geschäftsbetrieb zurückgezogen), oder man hat öffentliche Fördermittel zur Verfügung, weil einzelne Kommunen oder Länder Musicalproduktionen und -festivals unterstützen und weil sie davon überzeugt sind, dass ein künstlerisches Angebot ein Standortvorteil für sie bedeutet (was es nachgewiesener Maßen, ja auch tatsächlich ist).

Das Musical ist und bleibt aber Kunst und die trägt sich nun einmal nicht von allein. Das hat sie noch nie. Sie ist und bleibt fördermittelabhängig. Wenn überhaupt irgendjemand an dem Genre verdient, dann sind es die Urheber der Stücke, sprich Komponisten und Librettisten. Idealer Weise decken sich darum Produzenten und Urheber, wie im Falle von Spotlight Musicals. Aber selbst diese Produktionen sind ohne öffentliche Partner – seien es Kirchen, Verbände oder Städte – kaum denkbar. Dennoch dürften Dennis Martin und Peter Scholz die glänzende Ausnahme von der traurigen Regel sein: Musicalgroßproduktionen in Deutschland gehen wohl ihrem Ende entgegen.

Offener Brief an das ZDF und Markus Lanz

Dienstag, Januar 21st, 2014

Sehr geehrter Herr Dr. Bellut,
sehr geehrter Herr Lanz,
sehr geehrte Damen und Herren des ZDF und der Redaktion von Markus Lanz,

in der Sendung vom 16.01.2014 hatten Sie in dem Format Markus Lanz Moritz Bleibtreu und Christian Kahrmann zu Gast, um neben anderen auch das Thema eines zunehmenden Prekariats innerhalb des deutschen Schauspielberufes zu thematisieren. Das Ansinnen des ZDF, dieses wichtige gesellschaftliche Thema einer breiten TV-Öffentlichkeit zugänglich zu machen, ist sicherlich zu begrüßen. Unter anderem hatten Sie dankenswerter Weise unsere Arbeit von art but fair bereits in Ihrem Format aspekte (Stefan Braunshausen) im Zusammenhang mit den Salzburger Festspielen beleuchtet.
Tatsächlich hat jetzt aber Markus Lanz durch die Einlassungen von Herrn Bleibtreu, die gänzlich unwidersprochen blieben, vor allem den deutschen Theater-Schauspielern einen Bärendienst erwiesen! Das stieß nicht nur bei uns auf großes Unverständnis, sondern sorgte bei vielen Schauspielern zu Recht für Entrüstung. Die hat sich u.a. auch auf unserer Facebookseite Bahn gebrochen.

1. Behauptet wurde durch Herrn Bleibtreu, dass es an deutschen Theatern ein Anfängergehalt von 3.000 Euro gäbe. Er bemühte dabei das Beispiel von Castrop-Rauxel. Am Westfälischen Landestheater gilt dort – wie an allen anderen deutschen Bühnen, die dem Deutschen Bühnenverein angeschlossen sind – der tarifliche Normalvertrag Bühne.
Fakt ist vielmehr, dass der Mindestlohn bei 1.650 EUR brutto liegt. Inzwischen hat Herr Bleibtreu auf seiner Facebookseite zugegeben, dass er angeblich Euro mit der alten D-Mark verwechselt habe und sich entschuldigt. Aber selbst zu D-Mark-Zeiten lag freilich der Gehalt nicht bei 3.000 DM, sondern bei etwa der Hälfte.

2. Der noch viel fatalere Eindruck entstand aber durch seine Einlassung (ebenfalls unwidersprochen), dass es jungen Schauspielern ja lediglich um die schnelle Berühmtheit gehe und deswegen niemand mehr eine mehrjährige Ausbildung absolvieren und an den kleinen öffentlich-geförderten Bühnen (er sprach fälschlicher Weise von „subventioniert“) wie Recklinghausen etc. spielen wollte. Das ist ebenfalls beides schlicht falsch.
Fakt ist vielmehr, dass sich eben jene kleinen Bühnen zahlreich und seit Jahren in einem für alle Beteiligten kräfteraubenden Überlebenskampf befinden, weil sie seitens der öffentlichen Hand immer weniger Fördermittel zur Verfügung gestellt bekommen. Immer mehr Bühnen müssen darum einzelne Sparten streichen oder gänzlich schließen. Zudem absolvieren sehr wohl zahlreiche junge Menschen die vielen staatlichen und privaten Schauspielschulen, leider mehr als der Markt eigentlich benötigt. Das ist Teil der Misere, die zu unverschämten Dumping-Gagen führt.

Aus diesem Grunde wurde von uns am 18.01.2014 ein Offener Brief an Herrn Bleibtreu formuliert. Wie oben bereits erwähnt, hat er sich auf seiner privaten Facebookseite für seinen Faux Pas bereits entschuldigt – zumindest für seinen vermeintlichen Euro/D-Mark-Verwechsler.

Selbstverständlich hat die angesprochene ZDF-Sendung aber eine weit größere öffentliche Reichweite. Wir möchten Sie deswegen darum bitten, in einer Ihrer kommenden Sendungen von Markus Lanz die fälschlichen Behauptungen richtig zu stellen, einem unserer Repräsentanten die Möglichkeit zu geben, sie entsprechend zu kommentieren, oder das Thema noch einmal in einem anderen Format angemessen und seriös darzustellen.

art but fair kämpft seit beinahe einem Jahr unermüdlich für gerechtere Arbeitsbedingungen und angemessene Gagen in der Darstellenden Kunst und der Musik, dies immer mehr auch Hand in Hand mit den entsprechenden Gewerkschaften. Dank der Dringlichkeit des Themas und dank Elisabeth Kulman, unserer prominenten Botschafterin aus der Oberliga der Opernwelt, erfahren wir eine immense internationale Medienaufmerksamkeit. Sie werden verstehen, dass ZDF-Sendungen wie die angesprochene bei unserem wirklich kräftezehrenden Kampf mehr als kontraproduktiv wirken und vor allem die betroffenen Künstlerinnen und Künstler, die sich ganz überwiegend in einem ständigen Überlebenskampf befinden, vor den Kopf stoßen!

In der großen Hoffnung auf Ihr Verständnis und Ihr Entgegenkommen, die falschen Behauptungen öffentlich korrigieren zu wollen, grüßen wir Sie freundlich und freuen uns auf eine Antwort,

Für art but fair Deutschland
Hagen, den 19.01.2014

Johannes Maria Schatz
- Erster Vorsitzender -

[Video-Tipp: Markus Lanz-Sendung vom 16.01.2014 - Ab ca. 45:27 berichtet Christian Kahrmann über den steinigen Weg in der Schauspielerei, und Moritz Bleibtreu kommt ab 58:37 ins schwadronieren. Siehe auch die Seite von art but fair]

Neue Künstler-Website bei Facebook

Samstag, März 2nd, 2013

Am 19.02.2013 ging eine neue Künstler-Website bei Facebook online. Hier diskutieren Künstlerinnen und Künstler aus allen möglichen Sparten über ihre unmöglichen Gagenangebote und deren traurige Erlebnisse. Die Seite scheint einen Nerv getroffen zu haben. Innerhalb weniger Tage schossen die Likes in die Höhe und liegen bei nahezu 3.000 Usern nach nicht einmal zwei Wochen. Sie lautet: Die traurigsten & unverschämtesten Künstler-Gagen & Auditionerlebnisse. Die Berliner Zeitung und die Frankfurter Rundschau berichteten bereits darüber. Auch wir unterstützen diese Seite ausdrücklich!

BEATS! – Herzklopfen! Ein Traum wird wahr!

Montag, April 16th, 2012

Ein weiterer Premierenbericht schreibt: “Die spannendsten Abenteuer beginnen mit verrückten Ideen. Bei „Beats!“ ist aus einem Theater-Experiment nun eine großartige Welturaufführung geworden. Mehr als 150 junge Frauen und Männer aus der ganzen Region zeigen derzeit im Theater Hagen ein Musical. … Die Geschichte ist ein Klassiker: Musik verbindet über Grenzen hinweg, gemeinsames Musizieren macht stark. In „Brassed Off“ und bei den „Kindern des Monsieur Mathieu“ funktioniert das. Bei „Beats!“ funktioniert es noch besser, noch authentischer. … Das Musical wird mit professionellem Anspruch umgesetzt, die Spielfreude der jungen Darsteller reißt das Publikum mit. Hier sind richtige Talente zu entdecken: Lisa Gonscherowsky als Lara, die es lernt, sich zu wehren; Joanna Baker als intrigantes, explosives Biest Thessa; Luc Packlidat als jungenhaft-charmanter Bandleader TC. Carolin Vogel und Wioleta Czebotorowicz finden als Alani und Floh trotz aller Gegensätze zusammen. Claudio Fisicaro ist ein quirliger Rapper Fabi. … Es ist unglaublich, wie viel Präsenz und Ausstrahlung das Ensemble auf der Bühne entwickelt. Da wird mit einer Energie gesungen, getanzt und Akrobatik vorgeführt, die vor jedem Publikum bestehen kann. … „Beats!“ ist der Beweis dafür, dass in den meisten Menschen viel mehr steckt, als man ihnen zutraut. Das muss man gesehen haben.”

Der ganze Bericht von Monika Willer findet sich hier.

Neuer Pressebericht

Freitag, Februar 10th, 2012

Der Bericht ist erschienen in der Theaterzeitung, Februar 2012

 

Pressebericht BEATS! - Das Musical

Fake Profil von Mandy-Marie Mahrenholz auf myspace.com

Sonntag, Oktober 24th, 2010

Da wir die offizielle Website von Mandy-Marie Mahrenholz verwalten, müssen wir leider auf ein Fake Profil von ihr aufmerksam machen. Auf myspace.com befindet sich ein gefälschtes Profil mit einem Bild von ihr, das unserem Copyright unterliegt und mit Verstoß gegen das Urheberrecht dort widerrechtlich online gestellt wurde.

Derzeit warten wir leider noch immer erfolglos auf die Löschung des Profils durch myspace.com.

Verein “Young Artists” gegründet

Dienstag, Juni 5th, 2007

Am 01.06.07 hat sich der neue Verein Young Artists gegründet, zu dessen erster Vorsitzender Johannes Maria Schatz gewählt wurde. Young Artists e.V. versteht sich als Plattform junger Künstlerinnen und Künstler. Bei der Mitgliederversammlung wurde beschlossen ein erstes Projekt zu starten, das derzeit den Arbeitstitel “Wiki-Artists” trägt. Wiki Artists soll die größte deutschsprachige und öffentlich zugängliche Onlinekartei für junge Künstler aus allen Kunstbereichen werden, die kostenlos zur Verfügung gestellt werden soll.