Ausrichter der größten Jugendmusicalproduktion im deutschsprachigen Raum

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Hadwig & Ekkehard, Erster Plot-Entwurf

Das Musical erzählt die tragische Geschichte der mächtigen und selbstbewussten Herzogin Hadwig und dem einfachen, aber gelehrten Mönch Ekkehard, die sich zu Beginn des Mittelalters in schweren Zeiten und Kriegswirren auf dem Hohentwiel kennen und lieben lernen. Beide jedoch können nicht aus ihren vorgegebenen Rollen als Herrscherin und Priester ausbrechen.

ERSTER AKT

Wir befinden uns im Jahre 973. Herzog Burchard III. von Schwaben ist gerade gestorben. Aus seiner Ehe mit der 20 Jahre jüngeren Witwe, Herzogin Hadwig, sind keine Kinder hervor gegangen.

Bei einem Hoftag auf dem Hohentwiel, der Residenz des Herzogspaares, soll die Entscheidung Kaiser Otto II. verkündet werden, wer künftig das Herzogtum regiert. Völlig überraschend wird es Herzog Otto übertragen, der aus einer ganz anderen Familie stammt. Hadwig wird angetragen, den neuen Herzog zu ehelichen. Der Bruder Hadwigs, Herzog Heinrich II. von Bayern, tobt und erhebt seinerseits Ansprüche auf den Herzogstitel von Schwaben. Hadwig beschwichtigt ihren Bruder und macht allen Umstehenden klar, dass sie Otto nicht heiraten würde, allerdings weiterhin vom Hohentwiel aus die Geschicke des Herzogtums zu lenken gedenke. Noch in der selben Nacht schickt der Vorsteher des nahe gelegenen Klosters Reichenau, Abt Ruodmann, einen Mönch los, um den Kaiser von Hadwigs Plänen und ihrer Unfolgsamkeit zu unterrichten.

In den langen Wintermonaten mehren sich die Gerüchte, die den Hohentwiel erreichen. Herzog Otto I. hat es bislang vorgezogen, einer direkten Konfrontation mit Hadwig aus dem Weg zu gehen. Burgvogt Spazzo berichtet Hadwig von ihrem Bruder, der eine Verschwörung gegen Kaiser Otto II. anzettelt. Er warnt zudem vor Abt Ruodmann, der treu an der Seite des Kaisers und des neuen Schwabenherzogs stünde. Hadwig entscheidet schließlich: Wenn sie schon nicht die Reichenauer Mönche auf ihre Seite ziehen könne, dann doch wenigstens die St. Gallener Mönche. Es solle für das Frühjahr ein Besuch in dem dortigen Kloster vorbereitet werden.

Im Frühjahr erscheint Herzogin Hadwig vor dem Kloster St. Gallen. Abt Notker ist zunächst nicht begeistert, darf doch eine Frau nach den Regeln des Hl. Benedikt die Klosterpforte nicht überschreiten. Der junge Vorsteher der Mönchsschule, Ekkehard, weiß jedoch einen Ausweg und trägt die Herzogin über die Schwelle. Diese sagt dem Abt Unterstützung zu, wenn er seinerseits ihre politischen Ziele unterstütze. Hadwig überredet den Abt zudem, dass Ekkehard auf den Hohentwiel kommen müsse, um sie Latein zu lehren, ihre Klostergründung dort zu begleiten und um einen persönlichen Gesandten des Klosters in ihrer Nähe zu haben. Ekkehard fällt es anfänglich schwer, sich außerhalb der Klostermauern aufzuhalten, doch beginnt er die gemeinsamen Lateinstunden mit Hadwig zu genießen.

Kurz vor Ostern kehrt Mönch Hatto vom Kaiser auf die Reichenau zurück und meldet Abt Ruodmann einen überraschenden Einfall der Langobarden. Der Kaiser verspreche neue Pfründe, wenn der Abt dafür sorge, dass Hadwig die Schlacht verliere. Später würde er zusammen mit Herzog Otto die Verbände zurück über die Alpen treiben. Der Abt stimmt düster zu.

Bei einem Ausritt kommen sich Hadwig und Ekkehard sehr nahe. Doch auf Hadwigs Annäherungsversuch, reagiert Ekkehard weltfremd und unbeholfen. Hadwig ist zum ersten mal tief gekränkt und lässt ihn stehen. Ekkehard wehrt sich noch gegen die in ihm aufkeimende Liebe zu ihr.

Auch Hadwig wird jetzt vor den norditalienischen Truppen gewarnt, die bereits die Alpen überquert haben. Spazzo beschwört die Herzogin, sich nicht auf die Reichenauer oder den Kaiser zu verlassen, sondern ihren Bruder oder den Konstanzer Bischof um Hilfe zu bitten. Alle rüsten sich für die Schlacht.

Ekkehard hält eine flammende Predigt und versetzt alle Krieger in Kampfesrausch. Gott auf ihrer Seite wissend, ziehend sie siegessicher in den Kampf.

ZWEITER AKT

Die Schlacht wogt hin und her. Doch droht dem alemannischen Heer eine vernichtende Niederlage, weil sich die Reichenauer Truppen unerwartet zurück ziehen. Die Hilfe durch den Kaiser bleibt ebenfalls aus. Im letzten Moment erscheint Hadwigs Bruder Heinrich mit bayrischen Hilfstruppen auf dem Schlachtfeld und wendet das Blatt zum Guten.

Nach dem Sieg der Alemannen redet sich Abt Ruodmann wortreich heraus. Er habe keinen Verrat, sondern nur strategische Fehler in einer Schlacht begangen. Hadwig verkündet darauf stolz, dass sie die eigentlich den Reichenauer versprochenen Pfründe zur Gründung eines Klosters in Petershausen nun doch nicht ihnen geben könne. Der Abt verlässt erzürnt die Siegesfeier.

Abt Ruodmann hat genug von den Demütigungen Hadwigs. Er beschließt sowohl Ekkehard als auch Hadwig loszuwerden. Längst weiß er, dass die beiden sich heimlich lieben. Er schickt Hatto als Spitzel auf den Hohentwiel, um sie bei einer kompromittierenden Situation zu überraschen, oder – wenn nötig – eine solche zu konstruieren.

Bei Feierlichkeiten auf dem Hohentwiel versucht sich Hadwig ein letztes mal Ekkehard zu nähern. Als der sich Hadwig endlich öffnen will, werden sie von Spazzo unterbrochen. Wieder ist eine Chance verpasst.

Allein in der Burgkapelle hadert Ekkehard mit sich, Gott und seinem Schicksal. Inzwischen brennt er geradezu vor Liebe. Als Hadwig schließlich in der Kapelle zum Abendgebet erscheint, zieht Ekkehard sie leidenschaftlich an sich und zwingt ihr einen Kuss auf. In diesem Augenblick geht die Türe auf und Mönch Hatto überrascht sie mit einem ganzen Gefolge. Ekkehard wird abgeführt und in das Verließ geworfen.

Völlig verzweifelt sitzt der junge Mönch im Verließ und scheint wieder zu sich zu kommen. Am nächsten Tag soll er gefoltert werden. Plötzlich erscheinen Praxedis und Spazzo an der Gefängnistür. Zusammen verhelfen sie Ekkehard zur Flucht vom Hohentwiel. Weder kann er zurück in den Schoß der Kirche, noch kann er sich sonst öffentlich sehen lassen, bevor die Herzogin Gnade zeigt.

Derweil scheint sich alles gegen die Herzogin verschworen zu haben. Es erscheint ein Gesandter aus Bayern, der ihr mitteilt, ihr Bruder sei von Kaiser Otto II. seines Titels enthoben und exkommuniziert worden. Ein neuer Gesandter aus St. Gallen berichtet, dass Abt Notker verstorben sei und der Kaiser den ihm getreuen Abt Ymmo durchgesetzt habe. Ab jetzt stünde ihr also auch St. Gallen nicht mehr als Verbündeter zur Verfügung. Hadwig ist untröstlich und einsam. Sie erfährt, dass ihre beiden Getreuen, Praxedis und Spazzo, Ekkehard zur Flucht verholfen haben und bittet, ihm eine Nachricht mit ihrer Vergebung zukommen zu lassen.

Wenig später kehrt Ekkehard auf den Hohentwiel zurück. Hadwig bittet Ekkehard, sein Mönchtum aufzugeben, damit sie endlich zusammen leben können. Aber Ekkehard lehnt ab. Ebenso wenig wie Hadwig ihre Herzogskrone ablegen würde, könne er seine Gelübde brechen. Auf Betreiben der Herzogin wird Ekkehard schließlich Erzieher des jungen Kaisers Otto III. am Hofe der Kaiserin.

Einmal im Jahr treffen sich Hadwig und Ekkehard weiterhin auf dem Twiel, um gemeinsam Vergil zu lesen. Kränklich und schwach erscheint Ekkehard ein letztes mal bei Hadwig. Mit einer der letzten Zeilen der Aeneis stirbt Ekkehard in den Armen Hadwigs.

Praxedis erzählt das Ende: Vier Jahre später sei auch Hadwig gestorben. Wenigstens im Tod seien sie nun vereint. Der Neffe Hadwigs, Sohn des Bayernherzogs Heinrich, sei übrigens später tatsächlich zum Kaiser gekrönt worden. Sie, Praxedis, sei zurück nach Byzanz gereist und habe den Hofgardisten Konstantinos geheiratet und eine glückliche Familie gegründet. Sie sei nie in den Hegau zurückgekehrt, habe aber ihren Kindern viel von Hadwig, Ekkehard, dem Twiel und St. Gallen erzählt.